Investieren 15. Juli 2025

Gold und Silber — das älteste Investment der Welt.

Jahrtausende alt, immer noch relevant. Warum ich Edelmetalle für einen unterschätzten Teil des Portfolios halte.


Als ich anfing, mich mit Investieren zu beschäftigen, war Gold für mich das Ding, das ältere Männer kaufen, die Krisenszenarien mögen. Ich habe es erst mal ignoriert. ETFs, Dividenden, Trading — das fühlte sich moderner an, relevanter, aufregender.

Inzwischen denke ich anders darüber. Nicht weil ich plötzlich Bunkermentalität entwickelt habe. Sondern weil ich verstanden habe, was Gold und Silber im Portfolio eigentlich tun — und was nicht.

5.000 Jahre Bewerbungsgespräch.

Gold ist das am längsten bewährte Wertaufbewahrungsmittel der Menschheitsgeschichte. Ägypter haben es vergraben, Römer damit gehandelt, Zentralbanken horten es bis heute. Kein Unternehmen kann pleite gehen, kein Vorstand kann eine schlechte Quartalswarnung herausgeben, kein Algorithmus kann es über Nacht entwerten. Es ist einfach — da.

Das ist keine Romantik. Das ist Funktion. Gold hat einen einzigen Job: Wert über Zeit erhalten. Und in diesem Job hat es sich über fünf Jahrtausende bewährt.

+83 % So viel hat Gold in den letzten fünf Jahren zugelegt (Stand Mitte 2025). Keine Garantie für die Zukunft — aber ein Argument gegen das Klischee, Gold sei ein schläfriges Investment.

Was Gold kann — und was es nicht kann.

Gold zahlt keine Dividende. Es wirft keine Zinsen ab. Es wächst nicht wie ein Unternehmen, das neue Produkte entwickelt. Wer Gold kauft, kauft keine Rendite — sondern Stabilität und Absicherung.

In Phasen, in denen Aktienmärkte einbrechen, Währungen an Kaufkraft verlieren oder politische Unsicherheit steigt, macht Gold oft genau das, wofür es gedacht ist: Es hält stand. Manchmal steigt es sogar. Es verhält sich oft gegenteilig zu Aktien — das nennt man negative Korrelation, und das ist exakt das, was du in einem diversifizierten Portfolio willst.

Und Silber?

Silber ist der wilde kleine Bruder. Es hat dieselbe historische Rolle als Wertaufbewahrungsmittel, ist aber gleichzeitig ein Industriemetall — gefragt in Solarpanelen, Halbleitern, Medizintechnik. Das macht Silber volatiler als Gold: Es kann stärker fallen, aber auch deutlich stärker steigen.

Wer mehr Schwankung verträgt und gleichzeitig auf industrielles Wachstum setzen will, findet in Silber eine interessante Ergänzung. Ich halte es für das spekulativere der beiden — spannend, aber nichts für den ruhigen Schlaf.

Meine Faustregel: Gold gehört ins Portfolio als Anker, nicht als Motor. Nicht weil ich Angst habe — sondern weil ich nicht alles auf eine Logik setzen will. Aktien und Gold funktionieren anders. Und das ist gut so.

Wie kauft man Gold eigentlich?

Es gibt mehrere Wege, und sie unterscheiden sich mehr als man denkt:

Physisch: Münzen oder Barren kaufen, einlagern (zu Hause oder in einem Tresor). Du hältst es wirklich in der Hand. Dafür musst du dir über Lagerung und Versicherung Gedanken machen.

Xetra-Gold oder ähnliche ETCs: Du kaufst über die Börse ein Wertpapier, das physisch mit Gold hinterlegt ist und theoretisch in echtes Gold umgetauscht werden kann. Einfach, günstig, kein Schrank nötig.

Gold-ETFs: Fonds, die in Goldminenbetreiber investieren — also Unternehmen, die Gold fördern. Mehr Rendite-Potenzial, aber auch mehr Unternehmensrisiko. Das verhält sich anders als physisches Gold.

Ich selbst handle Gold als Instrument — XAUUSD, also den Goldpreis gegen den Dollar. Das ist aktives Trading, nichts für eine langfristige Buy-and-Hold-Strategie. Für das Portfolio denke ich anders darüber nach.

Wie viel davon?

Das ist die ehrliche Antwort: Es gibt keine universelle richtige Zahl. Manche Finanzexperten empfehlen 5–10 % des Portfolios in Edelmetallen. Andere halten es für unnötig, wenn man ohnehin breit in Aktien investiert ist. Ich finde: Es kommt darauf an, was dich nachts ruhig schlafen lässt.

Wenn du weißt, dass ein Aktiencrash dich in Panik versetzt — dann kann ein kleiner Goldanteil genau der Anker sein, der dich davon abhält, im schlimmsten Moment zu verkaufen. Und das ist schon viel wert.

Kein Finanzrat. Ich teile meine persönliche Erfahrung und Lernreise. Jede Geldentscheidung triffst du selbst.